Steigen die Temperaturen in der Arktis infolge der globalen Erderwärmung, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Permafrostböden im Sommer bis in größere Tiefen auftauen und sich die winterliche Periode des Gefrierens verkürzt. Mögliche Folgen: Landschaftsveränderungen und die Freisetzung von im Boden gespeicherten organischen Substanzen als Treibhausgase - wie zum Beispiel Kohlendioxid oder Methan.
Benjamin Runkle und seine Kollegen vom Institut für Bodenkunde der Universität Hamburg nehmen weite Wege auf sich, um zu untersuchen, wie diese Prozesse gesteuert sind. Expeditionen führen sie in die russische Taiga und das arktische Lena-Delta in Sibirien.
Um potentielle "Kohlenstoff-Lecks" zu verstehen und zu quantifizieren, untersucht Runkle die Transportwege des im Bodenwasser enthaltenden Kohlenstoffs. Denn: Die Bewegung von Kohlenstoff findet nicht nur zwischen Erdreich und Atmosphäre statt, sondern auch innerhalb des Bodens sowie von dort in Seen und Flüsse. Mit ihren Ergebnissen können die Wissenschaftler Datenlücken in Klimamodellen schließen und den Einfluss der aus Permafrost- und Moorböden freigesetzten Treibhausgase auf die Erderwärmung abschätzen.
Das Interview führten Prof. Dr. Hans von Storch, Leiter am Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und Prof. Dr. Mike S. Schäfer, Leiter der Arbeitsgruppe "Media Constructions of Climate Change" am KlimaCampus Hamburg.










